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Samstag, 19.05.2012

Mein Jahr in Österreich

Für mich war dieses Jahr sehr komisch. Sehr gut, aber komisch. Ich komme aus Neuseeland, aus einer Stadt mit 120.000 Einwohnern. Eine Großstadt ist das noch lange nicht, aber doch wesentlich größer als Dornbirn oder Bregenz. In einem Flugzeug kam ich innerhalb eines Tages vom neuseeländischen Sommer zu den schönen schneebedeckten Bergen um Schwarzenberg.

Ich habe schon ein bisschen Deutsch in Neuseeland in der Schule gelernt, aber mit dem Bregenzerwälder Dialekt hatte ich doch große Probleme. Am ersten Schultag war ich noch sehr müde und Zweifel kamen mir, ob es klug war ein Austauschjahr zu machen.

Die Angst war aber unbegründet, da ich in die kleine und freundliche 7ai Klasse kam. Ein Lehrer hat eine ganze Stunden für mich nur Englisch gesprochen. Zuerst habe ich gelernt dass die Klasse immer in ihrem Raum bleibt und die LehrerInnen zu uns kommen. Das finde ich gut, weil ich nicht rund um die Schule laufen brauche (Leute die mich kennen, wissen dass ich ein bisschen faul bin).

Das Nächste war, dass man hier viel mehr Unterrichtsfächer belegen muss. In Neuseeland belegen im Maturajahr die meisten SchülerInnen nur fünf und ein paar sehr gute SchülerInnen sechs Fächer. Da gefällt mir, weil ich faul bin, das österreichische System nicht so gut.

Ich habe zwar probiert mitzuarbeiten, aber, da ich nicht genug verstand, war das sehr schwierig. Dieses Schuljahr strenge ich mich aber von neuem an.

In der Freizeit bin ich viel Ski gefahren - vor allem mit meiner Gastfamilie. Da ich zunächst schüchtern war, habe ich nicht allzu viele Leute kennen gelernt. So bin ich mit meinen MitschülerInnen in der ersten Woche ins E-Werk in Andelsbuch geganden. Das war eine ganz neue Erfahrung, darf man doch hier schon ab 16 Alkohol trinken und rauchen.

Ich mag Bier (leider nicht so gerne Egger aber Mohren Brau schmeckt gut), und es ist inzwischen für mich auch kein Problem mehr, wenn Leute um mich rauchen. Anfangs war das ungewohnt, da in Neuseeland fast niemand raucht. Ich finde es gut, dass man ab 16 Alkohol trinken darf, und Parties bilden einen guten Abschluss der Schulwochen.

Das Leben in den Berge mit vielen kleinen Orten ist schön und die Verbindungen mit dem Bussen, die zumeist pünktlich sind, sind gut. In Neuseeland fahren nur wenige mit dem Bus, da man schon mit 15 den Führerschein machen kann.

Ich bin auch nach Wien, Sulzberg, und fast ganz Europa gefahren, und habe große Städte angeschaut. Schön ist es auch mit meinem Gast-Vater in den Bergen zu wandern, Ski oder Fahrrad zu. Dieses Jahr hat mir sehr gut gefallen. (Ross Hanson)

Freitag, 11-11-2011 22:05 Alter: 190 Days