Mein Auslandsjahr in Australien
Wie kann man sich ein Auslandsjahr vorstellen? Was erwartet mich? Bereite ich mich darauf vor? Wenn ja, wie? Werde ich mich schnell einleben? Wie wird meine erste Gastfamilie sein? Was wäre ein tolles Gastgeschenk für meine Gastfamilie/meinen Klub? Man könnte sich eine Frage nach der anderen stellen, oder, man lässt alles einfach auf sich zukommen.
Ich hatte eigentlich keine bestimmten Vorstellungen und Erwartungen, wie es wohl sein würde. Dazu kam, dass ich bis zur letzten Woche vor dem festgelegten Abreisedatum nicht wusste, ob es überhaupt klappen würde.
Nachdem schlussendlich doch feststand, dass ich gehen konnte, hielt sich die Freude anfangs noch in Grenzen. Wie wird dieses Jahr wohl werden, wenn die ersten Probleme schon auftreten, bevor alles überhaupt wirklich anfängt. Ich konnte gespannt sein.
Auf einmal war er dann da, der Tag der Abreise (der vermutlich bedeutendste 30. Juli in meinem Leben). Auf in die weite Welt, für ein Jahr, welches eines der tollsten meines bisherigen Lebens werden sollte.
In Frankfurt trafen alle AustauschschülerInnen aus Österreich zusammen. Langsam stellte ich mir dann doch die Frage, was mich erwarten wird.
Mit der Vorfreude, viele neue Leute kennenzulernen und unzählige neue Erfahrungen zu sammeln, stiegen wir ins Flugzeug. 24 Stunden später kam die Durchsage „Please fasten your seatbelts, aircraft is getting ready for landing at Sydney Airport. Local time...“
Das Abenteuer Australien begann!
Meine erste Gastfamilie, war eine, die ich keinem wünschen würde. Ich war total auf mich alleine gestellt. Sie unternahmen praktisch nie etwas mit mir. Am Anfang hatte ich sehr damit zu kämpfen, aber ich gewöhnte mich relativ schnell daran. Sich anzupassen, ist in solchen Situationen sehr wichtig, auch wenn es anfangs schwer sein mag.
Es stellte sich heraus, dass mein Counsellor (welcher auch mein zweiter Gastvater war) sehr nett ist, bei ihm und seiner Frau fühlte ich mich zum ersten mal nach vier Monaten wieder annähernd wie zu Hause. Sie gaben mir das Gefühl nicht nur jemand zu sein, der bei ihnen wohnt, sondern zur Familie zu gehören. Dies war eine sehr schöne Erfahrung.
Meine dritte Gastfamilie war dann noch ganz in Ordnung. Sie machte zwar auch nichts mit mir, aber ansonsten war sie ganz nett.
Ein weiterer wichtiger Teil meines Jahres war die Schule. Ich war der einzige Austauschschüler an meiner Schule. In jeder Schulstufe waren mehr als 300 Schüler. Die Schule war speziell am Anfang sehr hilfreich. Man lernt neue Leute kennen, lernt die Kultur kennen und dazu kommt noch die Sprache.
Meine besten Freunde waren eine Österreicherin und ein Däne. Wir gingen zusammen durch dick und dünn, machten so oft es ging etwas zusammen und hatten wirklich eine tolle Zeit. Neben den beiden, waren es noch einige von der Schule, mit denen ich öfters unterwegs war und natürlich auch noch mit den anderen AustauschschülerInnen, die in Sydney und Umgebung wohnten.
Schlussendlich geht es darum, das Beste aus seinem Jahr zu machen. Ich lernte unglaublich viele Leute kennen, sammelte verschiedenste neue Erfahrungen und kam als andere Person zurück. Ich hatte ein unglaublich tolles Jahr mit allen Höhen und Tiefen und ich glaube, gerade das ist es, was einen als Menschen dann auch prägt. (Kilian Dorner)





