Frieden künstlerisch gestalten

Im Rahmen des EU-Projekts COURAGE arbeiteten das Frauenmuseum und das BORG Egg gemeinsam an einem Bildungsprojekt zu den Themen Demokratie, Geschlechtsidentitäten und Gerechtigkeit. Anlass war das 500-jährige Jubiläum der Bauernkriege im Jahr 2024. Ins Leben gerufen wurde es auf Initiative von Museumsdirektorin Stefania Pitscheider Soraperra sowie Andrea Schwarzmann und Katharina Felder vom Frauenmuseum, gemeinsam mit Direktor Ariel Lang und Maria Meusburger-Bereuter vom BORG Egg.

Das Programm umfasste mehrere Workshops sowie eine künstlerische Auseinandersetzung im Unterricht. Den Auftakt bildete am 20. Januar 2026 ein Workshop mit der Klasse 7ab im Frauenmuseum, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler mit dem „Phasenmodell der Eskalation“ nach Friedrich Glasl aus dem Jahr 1980 beschäftigten und eigene konfliktreiche Alltagssituationen diskutierten. Der anschließende Rundgang durch die Ausstellung „Frieden tun.“ machte erfahrbar, dass Konflikte nicht nur Bruchstellen, sondern auch Triebkräfte gesellschaftlichen Wandels sein können.

Einen Monat später, am 20. Februar 2026, stand ein Workshop mit der Medienkünstlerin Claudia Larcher auf dem Programm. Im Fokus standen generative KI-Systeme und ihre gesellschaftliche Dimension – von Bias und Stereotypen über Fragen der Urheberschaft bis hin zur praktischen Arbeit mit KI-Werkzeugen. Ergänzt wurde dies durch Einblicke in Larchers eigene künstlerische Praxis, in der sie KI einsetzt und kritisch befragt.

Im weiteren Verlauf wuchs das Projekt, sodass sich neben der Klasse 7ab auch Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Kunst der 6. Klassen sowie interessierte Schülerinnen und Schüler des bildnerischen Zweigs der 8. Klassen beteiligten.

Am 8. Mai 2026, einem historisch bedeutsamen Friedensdatum, wurden alle entstandenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler schließlich im Frauenmuseum präsentiert und ausgestellt. Museumsdirektorin Stefania Pitscheider Soraperra, Direktor Ariel Lang und Franziska Czarnecki de Czarnce, stellvertretend für die beteiligten Jugendlichen, eröffneten die Vernissage mit ihren Reden – musikalisch umrahmt von Schülerinnen und Schülern des musischen Zweiges. Die ausgestellten Arbeiten zeigen auf eindrückliche Weise den künstlerischen Umgang mit den Themen Frieden und Geschlecht. Zwölf ausgewählte Werke sind noch bis Anfang Juli 2026 im Rahmen der Ausstellung „Frieden tun.“ im Frauenmuseum zu sehen.

Text: Tobias Testor; Fotos: Maria Meusburger-Bereuter

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Link zur Ausstellung: Frieden tun — Frauenmuseum Hittisau