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19.03.2018 06:40 Alter: 31 days
Kategorie: Deutsch

Dein Ubu geschehe!


„Gschreiße! Drecksgschreiße!“ - ein seltsamer Ausruf des Missmuts, aber doch spricht er für das Stück „König Ubu“ wie kein anderer. „König Ubu“, ein Werk aus der Feder Alfred Jarrys ( 1873-1907), ist zurzeit im Theater Kosmos in Bregenz zu sehen. - Auf Initiative von Frau Prof. Nigsch besuchten einige Schülerinnen der 6ab und der 7bn eine Vorstellung.

Ohne wirklich zu wissen, was wir zu erwarten hatten, begaben wir uns am Freitagabend, den 16.3.2018, nach Bregenz, um uns überraschen zu lassen.

Die Kinnladen hingen runter und die Augen waren groß, als Hubert Dragaschnig als Vater Ubu die Bühne betrat. In Gedankenblasen über den Köpfen der Zuschauenden wären wohl die pure Verwirrung gestanden und die Versuche, das auf der Bühne Dargebrachte zu verstehen.

Nach der durchaus schnellen Akklimatisierung war bald klar, mit wieviel Elan und Energie die SchauspielerInnen ihren Job machten. Mit ein bisschen Denkarbeit konnte dann auch die Geschichte des Stückes herausgearbeitet werden, wobei diese eher absurd und ohne große Überraschungen war.

Allerdings ist es auch nicht der Inhalt des Stückes, der mich dazu bewegt, dieses Werk schräg, gar seltsam zu nennen. Vielmehr ist es die extravagante Umsetzung und das banal anmutende Bühnenbild, die diese Inszenierung auszeichnen.

Im Zentrum dieser Extravagance steht Vater Ubu, die Personifikation des schlechten Menschen. Gier, Geiz, Rückgratlosigkeit und Jähzorn beherrschen ihn voll und ganz, aber jene Gier stürzt ihn letztendlich ins Verderben: “Nichts genügt dem, welchem genug zu wenig ist”, sagte schon Epikur von Samos. (David Tartarotti, 7bn)