< 20-Jahre-Matura-Jubiläum 8a-Klasse 1997 („Viribus unitis“)
06.04.2018 21:35 Alter: 13 days
Kategorie: Aktuelles

„Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“


 Lateingruppe der 8. Klassen besucht „Antigone“-Aufführung in Schaan/Liechtenstein

Fast alle LateinschülerInnen der 8. Klassen werden sich am Donnerstag, den 19. April, abends auf den Weg ins liechtensteinische Schaan machen, um eine Aufführung von Jean Anouilhs „Antigone“ durch das TheaterGrueneSosse und Theaterhaus Ensemble Frankfurt zu besuchen.

Nachdem wir den Mythos von Antigone, die gegen das Verbot ihres Onkels Staatsfeinde zu bestatten, verstößt und ihrem Bruder die letzte Ehre erweist, im Unterricht übersetzt haben, werden wir vor dem Theaterbesuch noch die darin enthaltenen Themen besprechen. Von berühmtem Chorlied „Nichts ist gewaltiger als der Mensch“, in der der griechische Tragödiendichter Sophokles packend die ambivalente Macht des Menschen thematisiert, bis zu dessen Variation in „Spiderman“ werden wir den Bogen spannen.

Auch Volker Schlöndorffs Verarbeitung und Aktualisierung des Mythos vor dem Hintergrund des RAF-Terrorismus der 1970er Jahre werden wir uns anhand des Kurzspielfilms „Die verschobene Antigone“ aus dem Episodenfilm „Deutschland im Herbst“ widmen.

Als Abschluss und Höhepunkt dieser kleinen Unterrichtseinheit – und des Lateinunterrichts der MaturantInnen – werden wir im TAK in Schaan eine jugendgemäße Inszenierung von Jean Anouilhs 1942 vor dem Hintergrund des französischen Widerstands gegen die NS-Okkupation verfassten Version der antiken Geschichte besuchen.

Gemeinsam mit den Protagonisten werden sich dabei - laut Pressemitteilung des TAK - auch dem Publikum die zeitlosen und auch heute drängenden Fragen stellen: Was kann ich als Einzelner tun? Wo habe ich das Recht und sogar die Pflicht, nein zu sagen, auch wenn der Gegner übermächtig erscheint? Welche Auswirkungen hat mein Handeln? Ist das Leben nicht wichtiger als das Gesetz?  (Walter Gasperi)