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11.05.2018 07:36 Alter: 11 days
Kategorie: Umwelt, Biologie und Umweltkunde, Exkursionen

Von Steinböcken, Gämsen und Adlern – Unterwegs mit dem Vorarlberger Wildökologen


Früh aufstehen hieß es für die TeilnehmerInnen des Wahlpflichtfachs Wald am Samstag, den 5. Mai. Schon um 5.30 Uhr machten wir uns auf den Weg, damit wir (fast) pünktlich um 6 Uhr in Au eintrafen. Dort erwarteten uns bereits der Vorarlberger Wildökologe Hubert Schatz und die beiden Jäger Hermann und Josef Rüf.

Mit den geländegängigen Fahrzeugen ersparten wir uns den ersten Teil des Fußweges und schon auf der Fahrt zur ersten Etappe sprang uns ein Reh über den Weg. Gerade richtig zum Sonnenaufgang kamen wir in Ahornen an. Dort wurden dann Spektive eingerichtet und Ferngläser gezückt. Wir konnten Rotwild, ganze Steinbock- und Scharwildrudel, sowie Gämse in freier Wildbahn beobachten.

Die geübten Augen von Hubert, Josef und Hermann ließen uns immer wieder neue Naturbeobachtungen machen. Nach diesem tollen Erlebnis wanderten wir weiter zur Alpe Feuerstein. Unterwegs erklärte uns Hubert Schatz die ökologischen Zusammenhänge dieses speziellen Lebensraumes an bzw. über der Waldgrenze.  Auch bekamen wir eine Einführung in die Welt der Vogelgesänge und erfuhren Allerlei über den kleinen Zaunkönig, den Buchfink oder den Zipzalp.

Auf der Alpe Feurestein angekommen, hatte Hermann sein Spektiv schon auf den stärksten Bock auf der Kanisfluh, ein elfjähriges Prachtexemplar gerichtet. Doch es wartete noch jede Menge weiteres Anschauungsmaterial auf uns. Der Unterschied zwischen Geweih- und Hornträgern wurde anhand von Gamskrucken, Steinbockhörnern, Hirschstangen und sogar einem Bastgeweih verdeutlicht.

Das Highlight war sicher der 600 Jahre alte Steinbock-Schädel, der in einer Höhle nordseitig der Kanisfluh gefunden wurde. Wir hörten von der Ausrottung dieser Art im 19. Jh.und der Wiederbesiedlung: an einem sonnigen Tag im August 1983 durchquerte ein Steinbock die Talsohle von Au und wurde später auf der Kanis beobachtet. Dieser Bock war somit vermutlich der „Begründer“ der heutigen Kolonie, in den Jahren darauf gab es dann die ersten Sichtungen von Geißen und Kitzen.

Hermann und Josef erzählten uns dann weitere besondere Geschichten, welche sie in diesem Revier erlebt haben, und unterlegten diese ebenfalls mit jeder Menge Material. So sahen wir Bilder einer ausgewachsenen Gams, welche ein Adler in seinen Fängen davontrug. Passend dazu konnten wir Exemplare dieser Art hoch über uns kreisend sehen.

Zeitungsartikel aus längst vergangener Zeit über eine Bartgeier-Sichtung wurden uns vorgelegt, aber auch aktuellere Berichte über einen verunglückten Steinbock, dem durch den Sturz die Hörner abgerissen wurden und trotz offener Schädeldecke überlebte – wie so vieles an diesem Tag konnten wir auch diesen Schädel live betrachten. Wir möchten uns bei Hubert Schatz, Hermann und Josef Rüf recht herzlich für diesen ganz besonderen Tag bedanken, diese Eindrücke werden uns sicher noch lange bleiben. (Bio-WPG der 7. Klasse)