< 10-jähriges Maturajubiläum 8ab und 8ai-Klasse 2007/08
13.09.2018 16:07 Alter: 40 days
Kategorie: Schulnews, Veranstaltungen

50-Jahr-Jubiläum: Start mit AbsolventInnen

Unsere Schule startete ins Jahr ihres 50-jährigen Bestehens mit einem Vormittag, an dem neun AbsolventInnen den aktuellen SchülerInnen Einblick in die Möglichkeiten boten, die die Matura an einer allgemeinbildenden Schule bietet.


Hanspeter Sutterlüty

Isabella Canaval, Radiomoderatorin

Michael Felder, Architekt

Bertram Metzler, Richter

Herlinde Moosbrugger, Geschäftsführerin des Bregenzerwald-Tourismus

Walter Schmolly, Direktor der Caritas Vorarlberg

Daniel Wüstner, Marketingleiter von Rauch Fruchtsäfte

Sandra Hammerer, Apothekerin (c) alle Fotos: Alexander Feurle

Am Beginn des Tages stand aber die Eröffnungsfeier des neuen Schuljahres, die von unseren Religionslehrern Hanspeter Sutterlüty und Benedikt Lang gestaltet wurde. Mit Rudyard Kiplings Geschichte von der Bedeutung einer kleinen Schraube für ein großes Schiff und einer Passage aus dem Korintherbrief, in dem der Apostel Paulus die Bedeutung des Zusammenwirkens der einzelnen Körperteile aufzeigt, wurden eindrückliche Bilder für die Wichtigkeit des Zusammenhalts innerhalb der Schule, aber auch der Bewahrung und Formung der eigenen Persönlichkeit präsentiert.

Die folgende Veranstaltung wurde von Dir.  Ariel Lang, Monika Kubesch-Fuchs und Hans Dorner organisiert. Nach der Begrüßung der AbsolventInnen durch den Direktor, Annelies Nigsch und Johannes Dorner wurden alle SchülerInnen in acht Gruppen aufgeteilt. In 25-minütigen Blöcken konnten jeweils vier Gruppen vier Referate von ehemaligen SchülerInnen besuchen, die über ihre Schullaufbahn und den sich daran anschließenden Berufsweg berichteten. Eröffnet wurde mit diesem Vormittag die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag unserer Schule, die im Schuljahr 1968/69 eröffnet wurde, zunächst freilich nur als Expositur des Bundesgymnasiums Feldkirch und in anderen Räumlichkeiten.

Die jüngste der eingeladenen AbsolventInnen war Isabella Canaval (Maturajahrjahrgang 2009). Die gebürtige Alberschwenderin bot mit Hörbeispielen Einblick in ihre Arbeit als Radiomoderatorin und strich die Bedeutung der Allgemeinbildung heraus, die die journalistische Arbeit erleichtert und beschleunigt, da vieles nicht extra recherchiert werden müsse.

Michael Felder (Maturajahrgang 1997), der auch den Erweiterungsbau und die Generalsanierung unserer Schule geplant hat, referierte über sein Studium der Architektur und seine Spezialisierung auf Schulbauten und Seilbahnbau. Der in Innsbruck lebende Schoppernauer vermittelte auch einen Eindruck davon, wie er an die Planung des Erweiterungsbaus unserer Schule heranging. An der gymnasialen Bildung hob er hervor, dass zwar nicht so viel detailliertes Fachwissen wie an einer berufsbildenden Schule vermittelt werde, man durch die Allgemeinbildung aber für viele berufliche Möglichkeiten offen bleibe.

Sandra Hammerer (Maturajahrgang 1994), die in Bezau die jüngste Apotheke in Vorarlberg führt, blickte auf ihre Kindheit in einer Bauernfamilie ebenso zurück wie auf die Schulzeit, die sie prägte. Der Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern, speziell in Chemie, erleichterte ihr auch sehr den Einstieg ins Studium der Pharmazie. Gleichzeitig bot die gebürtige Auerin den SchülerInnen auch einen anschaulichen Eindruck von der alltäglichen Arbeit in einer Apotheke.

Der Schoppernauer Daniel Wüstner (Maturajahrgang 1992) äußerte sich vor allem positiv über die Förderung der Kreativität am BORG Egg und die alternativen Gedanken und Ideen, die er hier kennenlernte. Daran anschließend bot er einen spannenden Einblick in seinen Berufsweg, der ihn nach einem Ius-Studium nach Brüssel, dann in die Österreichische Wirtschaftskammer und schließlich zu Rauch Fruchtsäfte führte, wo er Marketingleiter ist. Als Grundvoraussetzungen für Erfolg im Beruf hob er Freude an der jeweiligen Tätigkeit und Leidenschaft hervor.

Die Volksmusikforscherin Evelyn Fink-Mennel (Maturajahrgang 1991) erinnerte sich vor allem begeistert und begeisternd an die Offenheit, die sie im Gymnasium erfuhr und entwickelte, und forderte die SchülerInnen auf, auch selbst ständig Fragen zu stellen, neugierig und offen zu bleiben. Die Andelsbucherin strich auch die Bedeutung dieser Offenheit und des neugierigen Zugangs auf Probleme für ihre Forschungstätigkeit heraus. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung der Lebensfreundschaften, die sich während der Schulzeit entwickelte und bis heute pflegt, und forderte das interessierte Publikum auf, diese Möglichkeiten ebenfalls zu nützen.

Walter Schmolly (Maturajahrgang 1982) bot nicht nur einen Einblick in seine Ausbildung, die ihn nach einem abgeschlossenen Mathematikstudium und einem anschließenden Studium der Selbstständigen Religionspädagogik zurück nach Vorarlberg führte. Hier leitete er zunächst sechs Jahre das Katholische Bildungswerk, war dann Pastoralamtsleiter und ist seit 2015 Direktor der Caritas Vorarlberg.

Wie Fink-Mennel hob auch der gebürtige Bizauer die Bedeutung der Freundschaften heraus, die sich am BORG entwickelten, sowie die Entdeckung der Talente und Leidenschaften während dieser vier Jahre hervor. Prägnante zeigte er auch gravierende Unterschiede zwischen seiner, über 30 Jahre zurückliegenden Schulzeit und heute auf. Nicht nur im Verhältnis zur Religion sieht er einen Wandel, sondern auch im Verhältnis zu Informationen und Wissen, das früher schwer zu beschaffen, heute schwer einzuschätzen ist, sowie in der Grundstimmung der Jugend, bei der an die Stelle des damaligen Optimismus, Technik- und Wohlstandsglaubens, zunehmende Skepsis getreten ist.

Herlinde Moosbrugger (Maturajahrgang 1981) erzählte spannend von ihren vielfältigen Jobs, unter anderem auf Kreuzfahrtschiffen, nach der Matura, plädierte entschieden für ein Learning by Doing und betonte, dass sie im Gymnasium selbst zu denken gelernt habe. Immer wieder betonte die Geschäftsführerin des Bregenzerwald-Tourismus auch die Bedeutung der Sprachen und forderte die SchülerInnen auf die Gelegenheit zu nutzen, diese zu lernen.

Bertram Metzler (Maturajahrgang 1978) zeichnete seinen Werdegang nach und vermittelte auch anhand konkreter Fälle Einblick in seinen Alltag als Richter am Bezirksgericht Bezau. Anschaulich zeigte er auch auf, wie schwierig oft die Suche nach Gerechtigkeit ist, aber auch, dass Entscheidungsfähigkeit und Entscheidungswille für das Richteramt unerlässlich sind.

Hanno Metzler (Maturajahrgang 1977) ließ sein Publikum schließlich einen Blick auf seinen bunten Bildungs- und Berufsweg werfen. Über seine Begeisterung für Chemie berichtete er ebenso wie seine Leidenschaft für die Kunst. Da man von letzterer aber schwer leben kann, schlug der Andelsbucher schließlich doch den Lehrerberuf ein, ist derzeit Direktor der NMS und des Polytechnischen Schule Hittisau, aber gleichzeitig auch als Bildhauer tätig.

Abgerundet wurde der informative und anregende Vormittag von der Verabschiedung und Bedankung der Referentinnen, die von musikalischen Beiträgen gerahmt wurden. Für die SchülerInnen ging es danach nach Hause, die LehrerInnen, die eingeladenen pensionierten Kollegen und die AbsolventInnen ließen den Tag im Musiksaal bei einem Mittagessen, das unsere Kantinenfrauen Veronika Dietrich und Elfriede Felder zubereitet hatten, ausklingen. (Walter Gasperi)