< Rhetorik-Workshop für die 7ab Klasse
29.11.2018 17:57 Alter: 14 days
Kategorie: Exkursionen, Latein, Veranstaltungen

Latein-Gruppe der 6. Klassen bei "antigone.stimmen" in Lindau


Was wir dachten, als uns unser Lateinlehrer Walter Gasperi seine Idee unterbreitete ins Theater zu gehen? Na ja, natürlich war die Begeisterung gleich sehr groß. Und so beschlossen wir uns von der ursprünglich von Sophokles geschriebenen Tragödie „Antigone“ in der "antigone.stimmen" betitelten Bearbeitung des deutschen bewegtbildtheaters berieseln zu lassen.

Bevor es jedoch rein ins Vergnügen ging, hieß es zunächst einmal ran an die „Arbeit“, die darin bestand uns ausreichend über das tragische Schicksal unserer Heldin Antigone zu informieren und dazu auch den lateinischen Text ins Deutsche zu übersetzen. Sofort wurde uns die Dramatik dieses Stücks bewusst. Denn unsere liebe Antigone steht in einem Zwiespalt zwischen ihrer Pflicht gegenüber ihrem verstorbenen Bruder Polyneikes und dem eisernen Gesetz des Königs Kreon, welcher die Todesstrafe über jene verhing, welche die begraben wollten, die sich mit dem Staat angelegt hatten. Und da Polyneikes sich leider zum Staatsfeind gemacht hatte, musste Antigone dieses Gesetz überschreiten, um ihrem Bruder die letzte Ehre zu erweisen.

Am Dienstag, den 27. November war es dann endlich soweit. Treffpunkt: Bregenz Bahnhof. Wir warteten in eisiger Kälte auf den Zug zu unserem Zielort Lindau, wo das Theaterstück im Stadttheater aufgeführt werden sollte. Um uns herum war es dunkel. Nach einem kurzen Zwischenfall mit einem Typen, der leider etwas zu tief ins Glas geschaut hatte, (Damit meine ich, dass er milde gesagt besoffen war.) stiegen wir alle in den warmen Zug und kamen daraufhin unbeschadet in Lindau an.

Im Theater angekommen unterzogen wir uns einer kurzen Einleitung zum Stück, die uns im Nachhinein betrachtet wahrscheinlich einiges an Verwirrung erspart hat. Auch erfuhren wir noch einige Einzelheiten zum Leben der Antigone und ihrer Verwandtschaft.

Nach der Einführung ging es dann endlich ans Eingemachte. Das Theater war nicht so wie man sich ein Theater vorstellen würde, denn es handelte sich um eine sehr spezielle Darstellungsform, die den Namen „bewegtbildtheater“ trägt und folgendermaßen aufgebaut ist: Es spielt nur eine Schauspielerin. Im Hintergrund läuft synchron auf einem Bildschirm ein zweiter Film ab, der ihre Gedanken wiederspiegelt.

Bei besagter Schauspielerin handelte es sich um Martina Roth, die uns auf eine sehr ergreifende Weise das Stück darbot. Obwohl es teilweise recht kompliziert zu verfolgen war, konnte man die Tiefgründigkeit, die daraus hervorging, trotzdem spüren. Auch die Verzweiflung, die unsere Heldin plagt, kommt sehr gut zur Geltung. Also alles in allem ein sehr gelungenes und toll umgesetztes Werk.

Nach knapp 75 Minuten, also etwa um 20.50 Uhr, endete die Vorführung dann und wir eilten zum Bahnhof. In Bregenz spaltete sich etwa die Hälfte unserer aus zehn Leuten bestehenden Gruppe ab, um ihren Heimweg über Dornbirn fortzusetzen. Wir anderen mussten wohl oder übel am Bahnhof in Bregenz auf den Bus in den Vorderwald warten. Von der langen Reise und der Konzentration, welche das Theaterstück gefordert hatte, erschöpft und hungrig, wollten wir uns etwas zu essen aus einem Automaten holen. Jedoch stellte sich heraus, dass der Automat leider nur unser Geld annahm, aber nichts zu essen ausspuckte.

Auch trafen wir unseren betrunkenen „Freund“ wieder. Ich glaube, als wir in den Bus stiegen, waren wir alle ganz schön müde, aber auch froh über dieses Abenteuer, das wir erleben durften. (Marielle Gärtner, 6bn)