< Dem Verhalten auf der Spur
07.04.2019 13:21 Alter: 71 days
Kategorie: Deutsch, Schultheater, Veranstaltungen

Premiere der Schultheater-Produktion "Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan"


Das BORG Egg besitzt ohne Frage einige Besonderheiten und in diese Sparte fällt die Institution des Schultheaters. Hier stellen sich freiwillige SchülerInnen der Herausforderung der Dramatik und stellen das geprobte Stück quer durch den Bregenzerwald vor. Heuer wird Dario Fos "Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan" gezeigt.

Die erste Aufführung vor Publikum am Vormittag des 5. April war den MitschülerInnen der 40 DarstellerInnen vorbehalten. Wer zum Stück Informationen will, möge sich die Einführung dazu auf der BORG Homepage zu Gemüte führen. Wiederholungen sind mir zuwider, daher wird die detaillierte Ausführung von niemand anders als dem Direktor von nicht nur unserer Schule, sondern auch der Schulspielgruppe nicht repetiert. Nur eine prägnante Zusammenfassung: „Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan“ von Dario Fo wird aufgeführt.

Ganz nach dem Motto „Medias in res“ nun zum Stück. Die diesjährigen Kostüme sind eine klare Bereicherung zum Stück, wenn auch die Bequemlichkeiten des einen oder anderen Kettenhemd-Trägers darunter leidet – so habe ich das zumindest vom herausragenden Ferdinand von Aragon (Valentin Sutterlüty) vernommen. Dieser ist wohl das humoristische Zugpferd des pointenreichen Possenspiels, was nicht heißt, dass andere nicht abgeliefert haben, aber nur er ist am Wochenende mein Taxi.

Daneben überzeugten in den anderen großen Rollen oft erfahrene Schulspieler und auch viele „Newcomer“ feierten ihr Debüt meisterlich. Mir bot sich auch die Möglichkeit, noch nie gesehene Gesichter zu „entdecken“. Die Beschaulichkeit hat demnach auch ihre Grenzen. Aber Spaß beiseite, die mutigen SchülerInnen, die freiwillig eine Brüskierung akzeptieren, haben ohne Frage eine Laudatio  verdient und jeder von ihnen kann auf seine Performance stolz sein. Leider kann ich besser Hasstiraden schreiben als Loblieder, aber man möge einen negativen Bericht von mir im Vergleich lesen und feststellen, dass dieser hier sehr positiv ist.

Die gesamte Schultheater-Gruppe hat viel Lob verdient, aber ich bin mir sicher, dass sie schon sehr viel erhalten haben, daher noch ein paar Kritikpunkte. Der erste Akt ist sehr überzeugend, doch wie bei einem Berg geht es nach dem Gipfel bergab. Die abwechslungsreichen und amüsanten Elemente wurden wohl beim Gipfelkreuz vergessen. Dies sorgte für eine stellenweise recht langwierige zweite Hälfte. Auch empfand ich – hierbei kann ich auch einfach nur selbst schuld sein – manchmal den Zeitverlauf nicht schlüssig. Gemeint ist damit, dass die Zeit die vergeht, nicht immer perfekt widergespiegelt wurde. Nur eine persönliche Anmerkung, es muss sich niemand in irgendeiner Weise angegriffen fühlen.

Trotz dieser kleinen Makel war die Aufführung überaus unterhaltsam und für jeden Freund des Theaters empfehlenswert, auch wenn das Lied zum Schluss für meinen Geschmack einen Touch zu kitschig ist. (David Tartarotti, 8bn)