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12.03.2020 18:19 Alter: 80 days
Kategorie: Biologie und Umweltkunde, Umwelt, Veranstaltungen

Pinselohr und Meister Grimm – Wildbiologe am BORG Egg


Einen besonderen Gast durften wir vergangenen Mittwoch, den 11. März 2020 am BORG Egg begrüßen. Der Vorarlberger Wildökologe Hubert Schatz hielt einen höchst informativen und anschaulichen Vortrag für die SchülerInnen der Wahlpflichtgegenstände Biologie der 6. und 7. Klasse, sowie die 7bn.

Hubert Schatz berichtete von seinen Tätigkeiten als Ansprechpartner für jagdfachliche und wildökologische Angelegenheiten im Land Vorarlberg und als Leiter der Koordinationsgruppe Großraubwild/Wolfsmanagement. Die SchülerInnen des BORG Egg bekamen einen ausführlichen Einblick in diese Bereiche, angefangen von der ökologischen Vielfalt unserer Kulturlandschaft über die Wechselwirkung Wald–Wild bis hin zur Rückkehr der großen Beutegreifer.

Nach einem kurzen Input über die Aufwertung der Biodiversität durch die Alpwirtschaft und einem Abriss über die Entwicklungsphasen des Waldes und die Bedeutung von Totholz und der Kadaververjüngung wurden die wichtigsten heimischen Wildtierarten behandelt. Hubert Schatz wies darauf hin, dass Wild nicht immer nur als Schädling gesehen werden sollte, sondern durchaus auch ein „Lebensraumgestalter“ ist. Anhand der Räuber-Beute Beziehungen erklärte er die Anpassungen des Schalen- und Raubwildes, ging auf deren Überwinterungsstrategien ein und verdeutlichte ihre Lebensweise.

Im zweiten Teil des Vortrages wurden dann vor allem Wolf, Luchs und Bär behandelt, die großen Raubtiere, die nach ihrer Ausrottung im 19. Jahrhundert langsam wieder zurückkehren. Die SchülerInnen erfuhren von dem großen Konfliktpotential, welches der Wolf mit sich bringt, und lernten, wie man einen Wolf von einem Hund unterscheidet. Das fällt nicht immer so leicht, wie man meinen könnte.

Die Migration der Calandawölfe wurde am Beispiel eines auffälligen Wolfes veranschaulicht, welcher im Jahr 2015 innerhalb weniger Monate (Juni bis September) von Uri über Vorarlberg und Bayern bis ins Dachsteingebiet wanderte. Abschließend berichtete Hubert Schatz von der Rückkehr des Luchses in den Bregenzerwald, in dem im vergangenen Herbst im Mellental erstmals eine erfolgreiche Reproduktion nachgewiesen werden konnte. Im Anschluss hatten die SchülerInnen und ihre Lehrer die Möglichkeit, ihre Fragen zur TBC-Problematik, vermeintlichen Wolf-Sichtungen etc. zu stellen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Hubert Schatz! (Thomas Rüscher, Biologielehrer)