< Hitzige Debatte zur EU-Wahl im Festspielhaus
30.05.2024 05:55 Alter: 14 days
Kategorie: Biologie und Umweltkunde, Geschichte, Kunst, Matura, Musik, Religion, Umwelt, Veranstaltungen

Die große Vielfalt gymnasialer Bildung: Vorspielabend und VWA-Präsentation


Am Mittwoch, den 29. Mai präsentierten sieben MaturantInnen im Musiksaal unserer Schule ihre Vorwissenschaftlichen Arbeiten der Öffentlichkeit. Gerahmt wurde die Veranstaltung durch musikalische Darbietungen des musischen Zweiges, die das zahlreich erschienene Publikum begeisterten.

Mit der schriftlichen Matura ist inzwischen schon die zweite Säule der Reifeprüfung abgeschlossen, ehe nächste Woche die mündlichen Prüfungen starten werden. Davor sollte aber noch einmal der Öffentlichkeit gezeigt werden, welch vielfältige Themen die MaturantInnen bei der Vorwissenschaftlichen Arbeit, die die erste Säule der Matura darstellt, behandeln und wie fundiert sie diese bearbeiten.

Nach einem Apertif im Foyer startete die Veranstaltung im Musiksaal mit dem Einmarsch des großen, von Elisabeth Marxgut geleiteten Schulchors zu Monica Aslunds "KOM!", gefolgt von einer Einführung durch die VWA-Koordinatorin Susanne Greber-Germann, die durch den Abend führte und mit ebenso prägnanten wie fundierten Kommentaren die einzelnen Vorwissenschaftlichen Arbeiten und musikalischen Beiträge anmoderierte.

Direktor Ariel Lang wies in seiner Begrüßung nicht nur auf die thematische Vielfalt der Vorwissenschaftlichen Arbeiten hin, sondern auch darauf, dass die Stärke des Gymnasiums eben nicht in einer Berufsausbildung, sondern in der Allgemeinbildung und im Einblick in die Weite des Wissens liegt, die unsere Welt bereithält. Mit dieser Offenheit und der Förderung natürlicher menschlicher Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse schaffe das Gymnasium ein unverzichtbares Fundament für das berufliche und private Leben.

Nicht unmittelbar praktisch verwendbar mögen so auch die Erkenntnisse sein, die Emma Waldner bei der Arbeit an ihrer VWA zum Thema "Der Einfluss der griechischen Mythologie auf das deutsche Heldenepos mit Fokus auf dem Nibelungenlied" gewann. Wie anschaulich die Maturantin aber Querverbindungen zwischen Achill und Siegfried oder dem wiederkehrenden Motiv der Tarnkappe aufdeckte und Einblick in Joseph Campbells Theorie der Heldenreise bot, die ein erzählerisches Grundmuster von Homers "Odyssee" bis zu "Spider-Man" und "Star Wars" ist, vermittelte einen starken Eindruck von zeit- und ortsunabhängigen Konstanten menschlichen Denkens und Erzählens.

Bewegend zeigte dagegen Clara Franz bei ihrem Kurzreferat zu ihrer VWA über "Psychische Auswirkungen einer Krebserkrankung im Kindesalter" an einem fiktionalisierten Einzelschicksal die Rolle von kindlichen Schutzfaktoren und von Geschwistern, der Weg der Krankheitsverarbeitung, die Herausforderungen an Eltern sowie Wege der Therapie und Rehabilitation auf. Nicht zu übersehen war auch das persönliche Engagement, mit dem sich Marika Bals unter dem Titel "' Siehe, Neues ist geworden' – Paulus und seine Christusbotschaft" mit dem Frühen Christentum und der Frage nach dem Spannungsfeld von Wissen und Glauben auseinandersetzte. Die Maturantin bot in die zahlreichen Texte des Alten Testamentes, die schon die Ankunft des Messias prophezeien, ebenso Einblick, wie in das Leben von Paulus und seine Wandlung vom Christenverfolger zum zentralen Missionar.

Einblick in "Fake News als Phänomen unserer Zeit" bot Viktoria Baumann. Mit einem fiktiven Beispiel zeigte sie plastisch auf, wie leicht diese entstehen können, stellte mit der Prüfung von Quellen, einem Faktencheck und der Einholung von Expertenmeinungen aber auch Strategien vor, um solche Falschmeldungen zu entlarven. Jonas Dehn fokussierte dagegen in seinem Referat zu seiner VWA über "Risiko von Lawinenabgängen und analytische Gefahrenbeurteilung" auf dem praktischen Teil seiner Arbeit und bot Einblick in die Komplexität der Erstellung und Auswertung eines Schneeprofils und des Extended Column Tests (ECT). Am Puls der Zeit ist auch Hannes Hammerer mit seiner Arbeit über "Der Wald im Klimawandel". Gezielt doppeldeutig ist dabei im Titel "Wald" angelegt, denn einerseits geht es um die Bedrohung des Waldes durch vermehrte Brände und Zunahme des Borkenkäfers durch den Klimawandel in globaler Sicht, andererseits um Gegenmaßnahmen, die auf lokaler Ebene im Bregenzerwald gesetzt werden können.

Von der Antike über das frühe Christentum bis zu aktuellen Themen wie Krebserkrankung, Lawinen und Klimawandel spannte sich so der Boden der präsentierten VWA und fand mit einem Einblick in die Welt des Lichtkünstlers James Turrell, mit dem sich Flora Bohle in ihrer VWA "Die Lichtkunst von JAMES TURELL – Erweiterung unserer Wahrnehmung" beschäftigte, ihren Abschluss. Dieser eindrücklichen visuellen Entführung in die Skyspaces des gebürtigen Kaliforniers stand der akustische Genuss gegenüber, den die musikalischen Beiträge boten, durch die die spannenden Kurzreferate gerahmt wurden.

Den Solos der Maturantinnen Emily Kaufmann (Klavier), Ramaela Rüf (Vokal) und Magdalena Künzler (Querflöte) standen dabei Ensemble-Beiträge gegenüber, die ein eindrückliches Bild von der Vielfalt der musikalischen Möglichkeiten an unserer Schule vermittelten: Der Bogen spannte sich von dem von Luzia Richter geleiteten Saitenensemble, in dem neben drei Gitarren (Gedeon Amann, Hannah Berchtold, Aurel Schertler) auch ein Hackbrett (Anna Dingler) und eine Zither (Emilia Willi) zu hören waren, über ein Rhythmusensemble (Leitung: Konstantin Kräutler), das allein mit Händen und Füßen mitreißende Musik erzeugte, bis zum Ensemble "notenlos" (Leitung: Johanna Hollenstein und Elisabeth Metzler-Faißt), das mit der "Fantasie #2" zum Träumen anregte.

Ausklingen lassen konnten die Gäste diesen Abend, bei dem Daniel Amann dafür sorgte, dass auch technisch alles reibungslos über die Bühne ging, anschließend im Foyer bei Gesprächen zu Getränken und Häppchen, die die nächstjährigen MaturantInnen zubereitet hatten. (Walter Gasperi)